Susi und Simon unterwegs

2 Monate in China
 
 

FW: Liebe Gruesse aus Diayugan im Hexi-Korridor


Jetzt sind wir in Diayugan im Hexi-Korridor, also dem westlichen Endpunkt des imperialen Chinas. Der Name der Stadt bedeutet "letzte Festung vor dem Nichts". Wir haben uns Fahrraeder geliehen und sind damit vor die Tore der Stadt geradelt um die sogenannte Jadetorfestung zu sehen. Zunaechst haben wir aber einen wunderschoenen Tempel gefunden und zu unserem Entsetzen stellten wir fest, dass sie (also die Chinesen) einen Vergruegungspark direkt neben die Festung gebaut haben. In die Festung allein konnte man also gar nicht hineingelangen ohne auch den Eintritt fuer den Park zu bezahlen (und 10 Euro pro Nase wollten wir uns den Spass nicht kosten lassen). Also beschlossen wir um den gesamten Komlex herumzuradeln. Die Festung sieht sehr imposant aus, da sie mitten in die Wueste gebaut wurde. Sie hat riesige Mauern und beinhaltet mehrere Tempel und weitere Gebaude. Die Mauer, welche hier aus reinem Lehm zu bestehen scheint, verlaeuft links und rechts in die Weite der Wueste hinaus. In der Ferne erkennt man die Berge des Heishan.
Genau in die Richtung sind wir dann weitergeradelt und kamen zu zwei restaurierten Stuecken der Mauer. Das erste, welches wir dann auch bestiegen haben, reichte auf einen der ersten Huegel hinauf und von dort konnte man auch das zweite Teilstueck erkennen. Welch ein Glueck, dass wir uns nicht dafuer entschieden haben, denn vor der Mauer befanden sich Statuen einer Kamelkarravane, also Kamele in Lebensgroesse. Ausserdem noch ein Maodenkmal und ein Tempel, der so unecht wirkte wie die anderen Stuecke. Vor allem beim Anblick der Pagode waehnten wir uns einmal mehr in dem Computerspiel Sim-city.
Das Gebirge ist ein typisches Gebirge der Trockengebiete. Es ist nahezu vegetationsfrei, hat ueberall schroffe Kanten und zur Ebene hin verlauft es zunaechst steil als Pedimentflaeche und dann sehr sehr flach in einer Salztonebene aus.
Durch diese Ebene sind wir gestern auch mit dem Bus aus Mati Si gekommen. Dort haben wir eine atemberaubende Gebirgswanderung zu einem Wasserfall gemacht und wunderschoene Tempel, die in eine Felswand in ueber 30 Meter Hoehe gemeiselt waren gesehen. Waehrend dort die Bauern Heuballen angehaeft hatten und mit dem Dreschen beschaeftigt waren, werden hier in Unmengen Zwiebeln, Tomaten und andere Dinge angbaut. Wo das Wasser dafuer herkommt haben wir heute auch gesehen, als wir in eines der schroffen Taeler hineingeradelt sind. Ein Staudamm speichert vermutlich das Wasser aus der Schneeschmelze. Aus diesem Grund wird die Wueste hier an manchen Stellen zur Oase.
Der Weg zureck in die Stadt war ziemlich ernuechtert. Wer sich bisher in einem Maerchen aus "Tausend und einer Nacht" gewaehnt hat wird schnell in die chinesische Realitaet zurueckgeholt. Wir radelten direkt auf ein Industriegebiet mit riessigem Ausmass zu und auch die Vororte der Stadt glichen an manchen Stellen einem Mustervorort aus Simcity - vorgefertigte Muster wie ein jedes Haus auszusehen hat - und davon dann gleich mal 50 Haeuser beieinander. Weiter innerhalb der Stadt fanden wir aber auch einen sehr vergnueglichen Vorort, der den Hutongs aus Peking glich. Ausserdem war dort ein Markt direkt an und auf der Strasse und alles schien sehr froehlich zuzugehen.
Morgen gehts weiter in ein Bergdorf in dem Kupfer abgebaut wird. Von dortaus wollen wir noch einmal wandern gehen. Vielleicht zu einem Gletscher, vielleicht aber auch nicht...mal sehen. Sicher ist aber, dass wir danach nach Dunhuang, unserem westlichsten Ziel reisen werden und dort wollen wir in den Yadan-Nationalpark und die Magaogrotten ansehen. Danach gehts zurueck nach Lanzou, wo wir Wolfi treffen werden.
Viele Liebe Gruesse auch an alle anderen!
Susi uns Simon

4.9.09 13:08

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