Susi und Simon unterwegs

2 Monate in China
 
 

Nachrichten aus dem Himalaya

Lange haben wir nix von uns hoeren lassen, dass tut uns leid. Schuld daran sind zwei Dinge: Wir sind sehr schnell gereist in den letzten Tagen und wir sind durch Gegenden gekommen in die das Internet noch nicht vorgedrungen ist. Immerhin hat man aber nahezu ueberall besten Handyempfang, sodass ich gestern meiner Mama "Alles Gute" aus einem gottverlassenen Dorf auf 4300 m Hoehe wuenschen konnte.
Als wir uns das letzte Mal gemeldet haben, waren wir noch in der Wueste unterwegs. In einer Gegend, in der sich die grosse Wueste Gobi und die Takla Makan beruehren. Wir haben einen Nationalpark besucht, der den Begriff "Yadan" fuer eine geologische Gesteinsformation gepraegt hat. Man findet dort aussergewoehnlich viele vom Wind geschliffene Felsen.
Ausserdem durchziehen Canyons das trockene Land. In diesen haben finden sich wunderbar ausgemalte buddhistische Grotten aus der Zeit von 400 n.Chr. bis etwa 1000 n.Chr. Zu dieser Zeit fand hier ein reger Handel ueber die Seidenstrasse statt. Die Gegend war sehr wohlhabend - was man heute nicht mehr behaupten kann.
Auch andere Reste der Seidenstrasse sind erhalten geblieben: Mauerteile die sogar bis zu 2000 Jahre alt sind, Festungen und viele Muslime, die auf den Maerkten Kebab zubereiten und in allen Staedten Moscheen erbaut haben.
Wir haben in Dunhuang eine ziemlich touristische Bustour mitgemacht, so richtig chinesisch: 5 Sehenswuerdigkeiten nacheinander, jeweils 2 Stunden Fahrt dazwischen, immer einige Minuten Zeit, die Kamera zu zuecken und weiter ging's.
Wir haben beschlossen, so etwas so schnell nicht wieder mit zu machen, ein Gutes hatte das Ganze jedoch. Auf der Tour haben wir Jens kennengelernt, er hat uns dann am naechsten Tag auch auf Schleichpfaden auf die hoechsten Duenen gefuert :-)
Jens ist aufstrebender Schriftsteller aus Deutschland und wird sicher bald beruehmt - seine Geschichten sind zumindest ziemlich spannend! Und weil immer nur alleine reisen doch zu langweilig ist, sind wir nun zu viert unterwegs.
Zu Viert bedeutet Susi, Simon, Jens und Wolfi, den wir nach einer 12-stuendigen Nachtbusfahrt in Lanzhou aufgegabelt haben.
Von Lanzhou ging es nach Xiahe, einen buddhistischen Vorposten, am Rande des tibetischen Hochplateaus. Das grosse Kloster Labrang steht hier, tatsaechlich macht es die Haelfte der Stadt aus, 4000 Moenche lebten vor den Unruhen der Kulturrevolution hier. Heute sind es immerhin wieder 1200 und ziemlich genau ebensoviele Gebetsmuehlen stehen entlang der Kreuzgaenge, die das Kloster umgeben. Auf einem 3 Kilometer langen Pilgerweg umrundeten wir es mit vielen glaeubigen Buddhisten. Diese kommen in ihren malerischen Gewaendern oft von weit her, um hier zu beten. Die typische Nomadentracht hier ist ein Mantel mit dickem Yakfell gefuettert, einem hohen Kragen und Aermeln die beinahe auf dem Boden schleifen. Die Farben sind verschieden, meist jedoch gedeckt, bis auf einen roten Guertel.
Von Xiahe ging es auf holprigen, aber spektakulaeren Strassen durch Schluchten hinauf in die Haupstadt von Qinghai. Qinghai ist die drittaermste Provinz Chinas, man spricht auch vom chinesischen Sibirien. Groesstenteils ueber 4000m gelegen ist es hier kalt, Straf- und Atomendlagerstaetten sind die Schattenseiten dieses riesigen Landes.
Waehrend in den Taelern ueberwiegend "Hui", also Muslime leben, die ihre Huetten und Hoefe hinter drei Meter hohen Lehmmauern verstecken, ist hier oben das Reich der Tibeter. Das fruehere Tibet umfasste drei Provinzen: Tibet, Kham und Amdo. Wir sind jetzt in Amdo unterwegs, Tibet selbst ist nur mit einem besonderen (besonders teuren) Visum zugaenglich.

14.9.09 04:21

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen