Susi und Simon unterwegs

2 Monate in China
 
 

Es geht wieder bergab!!

Ganz allmaehlich muessen wir uns auf den Weg machen, hinunter vom tibetischen Hochplateau (in geologischer, nicht politischer Sicht) in Richtung auf das zentralsichuanesische Becken mit der Haupstadt Chengdu, wo ueberuebermorgen unsere Uni-Exkursion beginnen soll.
Zunaechst ging es in einer 12 stuendigen Tour ueber die letzten Auslaeufer des Plateaus und dann hinunter, an vergletscherten Gebirgen vorbei nach Ganzi. Auf der Fahrt sahen wir buchstaeblich unzaehlige Yaks und Nomadenzelte, nicht ganz soviele, aber doch fast 20 Kloester aller Groessen und Ausschmueckungen. Auf den Strassen sind halsbrecherische Minibusse und Moenche auf Motorraedern mit dem Beistand des Erleuchteten unterwegs. Wir hatten mit dem Ueberlandbus das durchsetzungsfaehigste Gefaehrt gewaehlt (weil: lauteste Hupe), das schuetzte uns jedoch nicht davor, von unserem Azubi-Busfahrer in den Graben befoerdert zu werden, als er versuchte eine Teermaschine zu umfahren.
Passiert ist nix, wir waren alle vorher ausgestiegen und knabberten Sonnenblumenkerne, bis wir beim Zurueckschieben mit Hand anlegen mussten. Dann ging es weiter, an Dzogchen vorbei, einer Klosterstadt direkt unter einem Gletscher (welch ein glazialer Formenschatz!!) und nach Manigango. Hier zweigt die Sichuan-Tibet-Fernstrasse nach Westen ab, in Richtung des beruehmten Klosters Dege. Auf den Haengen stehen erste Baeume und die Nomadenzelte weichen festen, wohlhabenden Bauernhaeusern. Diese sind zweisteockig mit einem Untergeschoss aus Lehm und einem Obergeschoss aus dicken Blockhausbalken. Das ganze hat meist eine grosse Terrasse auf dem Erdgeschoss und ein flaches Dach zum Fruechtetrocknen. Bunt bemalt sind die Dinger auch noch und spriessen ausserdem ueberall aus dem Boden. Es scheint den Leuten hier also nicht allzu schlecht zu gehen.
Abends kommen wir in Ganzi an. Am naechsten Tag machen wir uns wieder auf in die umliegenden Berge. Das Bauchweh hat mal wieder einen von uns eingeholt, daher wird aus den geplanten Hoehenfluegen nur ein weiter Spaziergang ueber Enzian- und Edelweiss uebersaete Hange. Abends holt uns Jens ein, den von dem wir uns eigentlich in Yushu verabschiedet hatten. Er hat einen indischen Wissenschaftler im Schlepptau, der Susi rohen Ingwer und Ingwertee gegen ihr Bauchweh verschreibt... es hilft tatsaechlich.
Am naechsten Morgen trennen sich unsere Wege einmal mehr. Es geht nun auf der Sichuan-Tibet-Fernstrasse (noerdliche Route, wer es genau wissen will) hinunter nach Danba. Die Fahrt ist ... interessant, Susi hat gestern erfahren, dass tibetische Frauen das Rauchen der Maenner ekelerregend finden und setzt ihr neues Wissen schlagfertig im verraeucherten Bus ein. Der Erfolg ist maessig, aber ein guter Anfang.
Ich futtere derweil Butterbrote. Ich habe gestern in meiner Verblendung gedacht es gaebe hier Kaese. Pustekuchen, waren nur 10kg Bloecke Butter, fuer die Buttermandalas und Skulpturen der Moenche. So hab ich ein suendhaft teures Pfund beste Yak-Butter erstanden und esse mich durch den ganz und gar landesuntypischen "Butterberg". Von den anderen will mir natuerlich auch keiner helfen!
Die Strasse fuehrt an einigen schneebedeckten Kalksteinbergen vorbei hinunter in eine tief eingeschnittene Schlucht. An deren Grund geht es entlang eines blauen Fluesschens bis in Chinas schoenste Stadt (National Geographic China). Das war im besten Fall hoffnungslose Uebertreibung, aber die grandiose Umgebung laesst die poplige chinesische Regionalstadt in einer dunklen Schlucht doch in etwas besserem Licht erscheinen.
So, und hier sind wir nun, mal gucken, was uns als naechstes einfaellt...

18.9.09 16:37

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