Susi und Simon unterwegs

2 Monate in China
 
 

Zurueck nach Chengdu

Unsere dreiwoechige Exkursion naehert sich so langsam ihrem Ende. Unser Sitzfleisch ist durchgesessen, die Nerven ein bischen angespannt, ausserdem ist das Wetter schlecht ...
Ganz so schlimm wie sich dass jetzt anhoert ist es zum Glueck nicht. Zum Beispiel ist unsere Gruppe echt super, lauter nette Leute, die zusammenhalten und sich aushelfen, wenn mal wieder Not am Mann/der Frau ist. Das passiert zum Beispiel, wenn der Bus auf den Holperpisten wieder Saetze macht, dass man sich den Kopf an der Decke stoesst und Kopfwehtabletten braucht, oder wenn es nach 8 Stunden Busfahrt immer noch nix zu essen gibt.
Soviel zu unserem Hauptproblem: Die letzten Busfahrten waren wirklich hart!
Erst hat uns unser Bus ja wacker ueber alle Hoehen und Tiefen befoerdert, dann hat im ein Loch im Auspuff aber so zu schaffen gemacht, dass wir lieber zu Fuss auf die Paesse liefen, als uns in der dahinkriechenden Kiste raeuchern zu lassen. Dieser Umstand verkuerzte die taeglichen Etappen natuerlich nicht wirklich.
Dann tauschten wir den Bus ein, mit der Folge dass wir jetzt statt wenig Fussfreiheit, gar keine mehr haben. Wie die Sardinen sitzen wir jetzt zu 17 in einem Ford Transit, der nur unwesentlich schneller ist, und noch viel mehr holpert.
Ein weiteres Problem ist, dass wir ein grossen Flusstal entlangfahren, um aus den Bergen herauszukommen. Seit Herr Braeuning das letzte Mal hier war, hat man begonnen, mehrere Staustufen zu bauen. Logischerweise, werden die Strassenstuecke, die in einiger Zeit sowieso ueberflutet werden nicht mehr repariert. Als Folge sind sie kurz davor unpassierbar zu werden und dort, wo es schon neue Strassen gibt, enden diese im Nichts ( = in der Luft), fuehren vor Erdhuegel oder im Kreis herum, sodass wir auch hier unser gesamtes geographisches Geschick aufbieten muessen - im Zweifelsfall sagen wir uns eben immer wieder: "Geographen verirren sich nicht! - Sie erkunden nur!!"
Wir sind also entlang des Dadu River vom tibetischen Hochplateau wieder hinuntergefahren. Unterwegs stoppten wir am Fuss des letzten richtig hohen Berges. Von den Flanken des Gongga Shan (ca 7500m) gleiten die tiefliegensten Gletscher Asiens zu Tal. Gleichzeitig ist der Berg ein gigantischer Regenfaenger, der feuchte Luft, die vom chinesischen Meer ins Land stroemt zum Aufsteigen zwingt. Dabei regnet sie ab, und so ist es auf dem dahinter beginnenden Hochplateau viel trockener. Am Gongga Shan selber dagegen ist es den ganzen Sommer ueber neblig, regnerisch und tropfnass - so auch jetzt. Wir haben nix vom Gipfel gesehen, aber den tiefliegenden Gletscher Hailuogou auf 3000m Hoehe und viele interessante Nebelwaelder, in denen die Baeume voll behaengt sind mit triefenden Moosen und Flechten.
Zwei Naechte uebernachteten wir dort auf einer Forschungsstation, die sehr einer Berghuette in den Alpen aehnelte: grosse Zimmert, alles aus Holz, warme Oefchen und draussen ungemuetlich kaltes Wetter.
Dann ging es weiter hinunter, ein letzter Berg liegt noch zwischen uns und einer grossen Ebene, die das Becken von Chengdu genannt wird. Dieser Berg, der Emei Shan, ist ziemlich genau 3000 Meter hoch und gilt als einer der heiligsten Berge des chinesischen Buddhismus. Denn ja, nicht nur in Tibet, auch in China gibt es Buddhisten, neben Konfuzianern, Daoisten, Muslimen und Christen, sowie unzaehligen anderen Naturreligionen etc.
Heute waren wir oben auf diesem heiligen Berg. Neben gesalzenen Eintrittspreisen hatte er vor allem Nebel zu bieten. Wir waren zum Beispiel am "Platz mit der schoensten Aussicht in Sichuan" und sahen eine weissgraue Wolke. Jedoch stehen entlang des steilen Weges viele kleine Pagoden und groessere Tempel, vor denen Raeucherstaebchen schmoren, ausserdem gibt es halbwilde Makaken, die Besuchern die Aepfel und Kameras klauen oder auf den Wegen unsittliche Dinge tun ...
Soviel zu unseren Erlebnissen.
Unser Plan ist, morgen mit dem Holperbus, der uebereinstimmend auf den Namen "Schrotti" getauft wurde, nach Chengdu zu gelangen. Dort ist fuer die anderen die Exkursion zu Ende. Wir wollen noch am Sonntag weiter und zwar Richtung Reisterrassen, im Suedosten. Unsere Ziele heissen Guilin, Yangshuo und spaeter dann Hongkong.
Bis bald und hoffentlich halten unsere Sitzwarzen das durch!!!

13.10.09 15:51

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen